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15.02.2020 Wie klimaschädlich ist die Internetnutzung?

Rechenzentren und Serverfarmen haben einen enormen Strombedarf und damit CO2-Ausstoß. Eine bewusstere Nutzung des Internets kann die Situation verbessern.

 

Warnung: Wenn der Leser weiterliest, wird er sich genötigt sehen, alle lieb gewonnenen Internetnutzungen zu hinterfragen, nur um möglicherweise zu den Menschen zu gehören, die helfen wollen, die Welt zu retten. Nach dieser Lektüre wird wieder vermehrt nach Zeitschriften und Büchern greifen, Projekte in Haus und Garten realisieren oder umweltfreundlich reisen.

Nur weil Daten unsichtbar sind, verursachen sie keine Klimaschäden! Weit gefehlt.

Endgeräte wie Smartphone und PC im heimischen Zugriff sind dabei nur der sichtbare Teil des Internets. In der Regel ist der Stromverbrauch dieser Geräte nicht sonderlich hoch und auch nicht kaufentscheidend; Design, Ausstattung oder Image sind hier in der Regel ausschlaggebend. Die unsichtbaren Komponenten des Internets interessieren den User überhaupt nicht. Sind es doch gerade diese, die eine Menge Strom benötigen, um unsere Suchanfragen, Einkaufswünsche, Videos zu bedienen oder unseren Cloud-Content zu speichern.

Diverse Wissenschaftler machen diesen Stromverbrauch für uns begreifbar:

  • Zwei Stunden im Browser Firefox bedeuten im Mittel 898 Megabyte an übertragenen Daten, die umgerechnet 0,237 Kilowattstunden ausmachen. Die CO2-Emissionen der Recherchen im Browser entsprechen damit 15 geladenen Handys oder einer Fahrt von 0,5 Kilometern mit dem Auto, wie das französische Firefox-AddOn „Carbonalyser“ zu ermitteln weiß.
  • 200 Suchanfragen bei Google verbrauchen insgesamt so viel Strom wie das Bügeln eines Hemdes.
  • In einem anderen Vergleich werden für jede Sekunde Suchanfragen weltweit 23 Bäume benötigt, um die CO2-Freisetzung wieder auszugleichen.
  • Neuesten Studien zufolge ist das Internet für über 3 % der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.
  • Wenn das Internet ein Land wäre, hätte es einen Platz unter den Topp 5 der Länder mit dem meisten Stromverbrauch inne.
  • Das Internet setzt etwa gleich viel CO2 frei, wie die weltweite Luftfahrt mit über 205.000 Flügen am Tag.
  • Am meisten Energie benötigt übrigens das Streamen von Videos. 34 % des globalen Datenverkehrs entstehen durch das Videostreaming; je hochauflösender das Video, desto schädlicher. Also nicht ärgern, wenn Youtube 4K- oder sogar 8K-Videos nicht mehr in dieser Auflösung zum Download bereitgestellt werden; Youtube/Google nutzt bereits erneuerbare Energien.
  • Eine einzige Bitcoin-Überweisung verursacht derzeit 270 kg CO2, so viel wie 8 Monate Kühlschrankbetrieb.

Ja auch der Besuch auf dieser Seite generiert vermutlich CO2-Emissionen. Vermutlich, weil ich nicht weiß, ob unsere Agentur einen sauberen Hoster gewählt hat. Das Einstellen dieses Textes selbst hingegen war fast CO2-neutral. Denn auch Ökostrom verursacht 0,0035 kg CO2 je kWh.

Nach der Flugscham in 2019 muss in 2020 die Klickscham durchstarten!

In Kürze beginnt die Fastenzeit - eine Möglichkeit mit dem Internetfasten anzufangen und nicht alles in Foto und Film festzuhalten. An eine WhatsApp-Gruppe verschickt, wird der Content gleich mehrfach und aus Sicherheitsgründen zusätzlich noch einmal doppelt in den Clouds dieser Welt abgelegt. Man sollte stets zwischen Nutzen und Schaden abwägen.

Also: Wer löscht, der spart am Ende CO2.

Wenn wir Youtube nur noch für das Sichten der Tutorials zu unseren Projekten in Haus und Garten nutzen und bei diesen Projekten Musik aus dem Radio hören und nicht aus Alexa, machen wir einen Schritt in die richtige Richtung. Und wir sollten natürlich nicht für den Kauf der Gartenerde autonom zum Baumarkt um die Ecke fahren.